Über das gute Hören

Heute gehört gutes Hören zum guten Ton. Tonabspielgeräte, Lautsprecher, Fernseher und Telefone werden immer vielfältiger und anspruchsvoller. Ebenso nehmen Umgebungsgeräusche zu. Gutes Hören bedeutet daher auch gute Selektion von Geräuschen aller Art.

Während das menschliche Gehör im Laufe seines langen Lebens Teile seiner großartigen Fähigkeiten alters-, genetisch oder krankheitsbedingt verlieren kann.

Das gesunde Gehör verfügt über eine riesige akustische Dynamik. Vom leisen entfernten Blätterrauschen bis zum vorbeifahrenden Martinshorn werden Geräusche aller Arten und Schallpegel vom Ohr aufgenommen und selektiv verarbeitet.

Warum ist das so? Evolutionsbedingt gilt es Eindrücke und Gefahren aus der Umgebung frühzeitig akustisch wahrzunehmen, noch bevor das Auge diese erblickt. Weiterhin ist lebensnotwendige, gute Kommunikation in der Gruppe und über diese hinaus abhängig von gutem Hören.

Wenn in der Frühzeit vielleicht das Knicken von Zweigen den aktuellen Speiseplan absichern half, in dem man ein essbares Tier schneller und gezielter akustisch orten konnte, als das Auge dazu in der Lage war, so bedeutete zum Beispiel der Gesang eines Vogels entspannten Hörgenuss.

Gegenwärtig ist eine ungeheure Vielfalt von Reizen ganz unterschiedlicher Art hinzugekommen und zu verarbeiten. Und es ist noch nicht das Ende der Entwicklung. Geräusche verändern sich auch und verlangen vom Hörenden laufende Anpassung. Immer wichtiger wird es, nicht nur gut zu hören, sondern auch unter komplexen Bedingungen mit der Filterfunktion des Gehörs Unwichtiges und Wichtiges zu trennen.